04.04.2026
laut.jetzt: Neue Plattform macht Gewalt gegen Frauen und FLINTA* sichtbar – anonym und in Echtzeit
Gewalt gegen Frauen und FLINTA* findet täglich statt – oft unsichtbar, oft unausgesprochen. Mit laut.jetzt geht nun eine neue digitale Plattform an den Start, die genau das ändern will: Betroffene können anonym Vorfälle auf einer Karte sichtbar machen – einfach, schnell und ohne Anmeldung.
Ob Belästigung, Bedrohung, Verfolgung oder ein diffuses Gefühl von Unsicherheit: laut.jetzt gibt Personen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen zu teilen, ohne sich erklären oder rechtfertigen zu müssen. Ein Klick genügt, um einen „Pin" zu setzen und damit Teil eines größeren, kollektiven Bildes zu werden.
Die Plattform verfolgt einen klaren Ansatz: niedrigschwellig, anonym und zugänglich. Es gibt keine Registrierung, keine Namen und keine E-Mail-Adressen. Meldungen enthalten keine IP-Adresse; zur Spam-Prävention wird eine app-spezifische Kennung als kryptografischer Hash verarbeitet, und Server-Logfiles werden nach 14 Tagen gelöscht. Gleichzeitig entsteht durch die gesammelten Daten ein bisher kaum existierender Überblick über Orte und Situationen, in denen sich Frauen und FLINTA* unsicher fühlen oder Gewalt erleben.
Neben der individuellen Nutzung stellt laut.jetzt zwei getrennte Zugänge bereit. Journalist:innen, Forschungseinrichtungen und Institutionen können Auswertungen beantragen; Umfang und Form werden je Anfrage vereinbart. Städte und Kommunen können zusätzlich ein Dashboard nutzen: dort stehen einzelne Orte aus dem öffentlichen Raum, mit Zählungen dazu — mit zufällig verschobenen Koordinaten, ohne genaue Uhrzeit und ohne Erfahrungen aus dem Privathaushalt. Ziel ist es, nicht nur individuelle Erfahrungen sichtbar zu machen, sondern strukturelle Muster aufzuzeigen.
Die Plattform ist in mehreren Sprachen verfügbar und richtet sich bewusst an eine diverse Nutzergruppe – unabhängig von Herkunft oder Sprache.
Launch: 07.04.2026, 18 Uhr
Über laut.jetzt: laut.jetzt ist eine unabhängige Initiative mit dem Ziel, Gewalt und Unsicherheit im Alltag von Frauen und FLINTA* sichtbar zu machen. Durch anonyme Meldungen entsteht eine kollektive Karte, die aufzeigt, was oft verborgen bleibt.